Die Mediation

Konflikte mal anders lösen – die Mediation

Konflikte sind alltäglich. Sie werden zwischen Eheleuten, Nachbarn, Geschäftspartnern oder vielen anderen denkbaren Personenkonstellationen geführt. Oft bleibt für die Beteiligten kein anderer Ausweg mehr, als ihren Streit vor dem Gericht zu klären. Doch nicht immer gehen die Beteiligten nach dem gerichtlichen Verfahren getrennte Wege, sondern müssen aus verschiedenen Gründen in der Zukunft weiterhin miteinander zurechtkommen. Nicht immer ist daher der Weg über den Richter die beste Variante um auch zukünftlich zumindest im erforderlichen Maße miteinander auszukommen.

Mediation als Vermittlung

Mediation Familienrecht
Konstruktive Konfliktberatung: Mediation – Foto: designer491/Bigstock

Ein Weg, Konflikte außerhalb eines Rechtsstreits vor Gericht zu lösen, ist die Mediation. Die Mediation ist ein außergerichtliches Verfahren konstruktiver Konfliktregelung, das nicht öffentlich ist und mit Unterstützung eines allparteilichen Dritten, des Mediators, durchgeführt wird.

Die Rolle des Mediators ist dabei allparteilich, das bedeutet er steht jeder Konfliktpartei gleichermaßen im Verfahren zur Seite und versucht deren Bedürfnisse und Interessen zu erforschen. Wie auch in anderen gerichtlichen Verfahren ist der Mediator aufgrund der Nicht- Öffentlichkeit des Verfahrens zur Verschwiegenheit verpflichtet, sofern nicht etwas anderes in der für jeden Fall individuell aufgestellten Mediationsvereinbarung vereinbart wurde.

Die optimale Win-Win Lösung als Ziel

Das grundsätzliche Ziel der Mediation ist, dass die Konfliktparteien eigenständig und ohne Lösungsvorschläge des Mediators auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Die Parteien sind also gehalten, ihren Streit eigenverantwortlich zu klären, ohne dass ein Dritter eine Entscheidung erarbeitet. Der Unterschied zum klassischen Gerichtsverfahren ist dabei, dass der Konfliktpunkt nicht einfach durch eine Dritte Person geklärt werden soll, sondern dass sich die Streitigkeit dahingehend verändert, dass die Parteien aufeinander zugehen und im wechselseitigen Austausch eine für beide akzeptable Lösung für die Zukunft beschließen. Es geht also nicht darum, dass eine Partei Recht bekommt, sondern dass beide aus dem Verfahren mit dem Gefühl gehen, sie haben gewonnen. Nur dann ist auch ein Erfolg der Vereinbarung in der Zukunft garantiert.

Durch den Austausch unter den Beteiligten wird oftmals noch ein weiteres Ziel entstehen. Anders als im Gerichtsverfahren ist es in der Mediation nicht selten, dass auch die möglicherweise gestörte persönliche Beziehung unter den Streitparteien bereinigt wird.

Wann ist eine Mediation sinnvoll?

Grundsätzlich, so sagt man, kann jeder Konflikt mediiert werden. Besonders eignen sich allerdings Konflikte, in denen die Parteien festgefahren sind und nach einer fairen Lösung suchen, bei der eben nicht einer als Verlierer und einer als Gewinner aus dem Verfahren geht. Wie schon zuvor gesagt sind besonders auch solche Konflikte geeignet, bei denen die Parteien in einer entweder persönlichen, geschäftlichen oder in einer anderweitigen Beziehung zueinander stehen, und diese auch weiterhin bestehen bleiben soll.

Wie läuft das Mediationsverfahren konkret ab?

Für das Mediationsverfahren an sich gibt es verschiedene Konzepte. Am häufigsten wird man in der Mediation auf ein Phasenmodell mit sechs aufeinander folgenden Phasen stoßen. In diesen verschiedenen Phasen erarbeiten die Beteiligten gemeinsam eine Lösung. Was die einzelnen Phasen konkret beinhalten, wird in jedem Verfahren durch den Mediator in einem Vorgespräch erläutert.

Der Mediator sowie auch die Beteiligten unterliegen in der Mediation einigen Grundprinzipien. Der Mediator ist zunächst allparteilich, das bedeutet, dass er allen Parteien gleichermaßen zugewandt ist. Zusammen mit den Parteien unterliegt er einer Schweigepflicht, wenn diese in der Mediationsvereinbarung so unterzeichnet wurde. Nicht zuletzt müssen alle Beteiligten für jedes Ergebnis offen sein und sich gleichermaßen über alle Informationen austauschen, sodass keiner einen Informationsvorsprung hat, also etwas weiß, was der andere nicht weiß. Als wohl wichtigsten Aspekt ist zu benennen, dass alle Beteiligten, also die Parteien sowie der Mediation, freiwillig am Verfahren teilnehmen. Das bedeutet, dass jeder das Recht hat, das Verfahren zu beenden, wenn ihm danach ist.

Mediator
Lösen Sie familiäre Konflikte friedlich und zur Zufriedenheit aller Beteiligten mit einem erfahrenen Mediator. – Foto: Kasia Bialasiewicz/Bigstock

Kosten der Mediation

Wie auch im Gerichtsverfahren fallen bei der Mediation Kosten an. Sie wird grundsätzlich in Stundenhonoraren vergütet. Ein Stundenhonorar kann dabei ganz unterschiedlich und je nach Mediator und Fall ausfallen. Am häufigsten bewegen sich die Honorare zwischen 150€ und 300€ pro Stunde. Je nach Stundenzahl, die in den meist mehreren Terminen anfallen, wird dann eine Leistung fällig, die meistens zwischen den Konfliktparteien gleichermaßen aufgeteilt wird. Andere Regelungen können jedoch in der Mediationsvereinbarung festgehalten werden. Teilweise kommt es mit Absprache der Beteiligten vor, dass nicht nur ein Mediator das Verfahren leitet, sondern einen weiteren Kollegen heranzieht. Bei dieser Co- Mediation müssen die Honorare im Einzelnen neu besprochen werden.

Insgesamt ist das Mediationsverfahren trotz der zunächst hohen Stundenhonorare meist kostengünstiger als ein Gerichtsverfahren, bei dem zusätzlich das Risiko besteht, im Falle des Verlierens des Rechtsstreit die gesamten Kosten tragen zu müssen.

Durch das starke Aufkommen der Mediation in den letzten Jahren, sind auch einige private Rechtsschutzversicherungen aufmerksam geworden und bieten gesonderten Schutz für Mediationen an.

Wie lange dauert die Mediation?

Die Dauer der Mediation kann nicht allgemein festgelegt werden. Die Länge richtet sich ganz nach dem Inhalt des Streitfalls. Meist werden mehrere Sitzungen mit 90-120 Minuten durchgeführt. Wie viele Sitzungen anstehen richtet sich ganz nach dem Einzelfall und nach Entwicklung des Prozesses. Nähere Informationen werden auch hier durch den Mediator gegeben.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Das Mediationsverfahren bietet den Parteien eine Reihe von Vorteilen:

  • Selbstbestimmung: keine Entscheidung durch Dritte – die Parteien bestimmen die Mediatoren sowie Inhalt und Ergebnis;
  • Berücksichtigung der Interessen und Ziele der Parteien;
  • Zukunftsorientierte Lösung mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit;
  • Erhaltung, Wiederherstellung oder Verbesserung der einzelnen Beziehungen zueinander;
  • Zeit- und Kostenersparnis gegenüber Gerichtsverfahren;
  • Vertraulichkeit, keine Rufschädigung;

Mögliche Nachteile können mit der Mediation jedoch ebenfalls einhergehen:

  • Lösungen entstehen nur durch eigenverantwortliche Arbeit und Mitarbeit der Konfliktparteien;
  • Offenheit und Ehrlichkeit ist Pflicht.

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